Das Sonderkapitel, in dem Glöckchen glaubt vier Väter zu haben

Einen wunderschönen Freitag an alle.

Vor einiger Zeit habe ich auf Twitter nach Ideen für ein neues Nimmerlandkapitel gefragt und Nanni wollte gern was über das ausgewachsene Glöckchen hören. Wie immer, ging die Fantasie sofort mit mir durch.

Wie würde der liebe Pan wohl reagieren, wenn seine Tochter den ersten Freund mit nach Hause bringt?

Da ihr euch nicht wirklich entscheiden konntet, aus welcher Sicht das Kapitel erzählen soll, gibt es zwei Kapitel. Das erste aus Belles Sicht.

Viel Spaß 🙂

(PS: Dank dieser Kapitel habe ich Glöckchens und Leons komplette Story bereits im Kopf und ich glaube, der platzt bald vor Ideen. :/ )

Ob Belle bewusst ist, dass ihr Leon und ihr Vater der gleiche Typ Mann sind? 😀

(unlektoriert)

Belle, 19 Jahre

 

Der Motor von Leons Auto erstirbt viel zu schnell und die Stille überrollt mich unvorbereitet. Ich sehe zur Frontscheibe hinaus und schlucke schwer, bevor ich tief durchatme. Ich komme gern her. Ich liebe dieses Haus und noch mehr die Leute, die darin wohnen. Doch heute kann ich mich nicht dazu bringen mit ausgestreckten Armen hineinzustürmen. Heute kommt mir das Haus, mit seiner blassgelben Fassade, viel zu groß vor und dabei war es immer genau richtig für meine Eltern, meinen Bruder und mich. In der oberen Etage sind die Zimmer von uns Kindern, verbunden durch ein kleines Bad und das Schlafzimmer meiner Eltern. Meins existiert noch genauso wie vor einem halben Jahr, als ich für die Uni ausgezogen bin. In der unteren Etage sind die Küche, das Wohnzimmer mit dem großen Essbereich, das große Bad und das gemeinsame Büro meiner Eltern. Ein durchschnittliches Familienhaus unweit von Berlin. Es ist so normal und trotzdem schlängelt sich Gänsehaut meinen Körper entlang, als ich es weiter betrachte. Doch wird sie schnell zu einem Prickeln auf der Haut als ich die ganzen Autos meiner Onkels in der Auffahrt bemerke. Mein Vater holt sich Rückenstärkung und lässt Leon und mich allein gegen alle antreten? Nicht, dass wir in einen Kampf ziehen würden, wenn, dann macht mein Vater eher ein Spiel daraus. Ich glaube es gab in seinem Leben keinen einzigen Zeitpunkt, an dem er mal erwachsen gewesen ist. Warum sollte er also jetzt den erwachsenen Mann spielen und dem ersten richtigen Freund seiner einzigen Tochter allein gegenübertreten?

„So ein Feigling“, murmle ich kopfschüttelnd und schnalle mich ab.

„Sag mal, Tinkerbelle, wie viele wohnen eigentlich in diesem Haus?“, fragt Leon, als er ebenfalls die ganzen Autos betrachtet. Tinkerbelle. Er ahnt gar nicht, wie sehr er damit meinen Eltern gleicht. Als ich mich ihm mit Belle vorgestellt habe, hat Leon nur meine langen blonden Haare betrachtet, gegrinst und nennt mich seither Tinkerbelle. Er hat mir damals damit das Heimweh genommen. Er fühlt sich seither wie zu Hause sein an. Ich habe ihm das noch nie gesagt, aber wenn er mich nach diesem Tag noch lieben sollte, dann werde ich das umgehend nachholen. Nachdem er meinen Vater kennengelernt hat, wird er es besser verstehen können.

„Eigentlich nur meine Eltern und mein Bruder“, sage ich langsam und atme durch. „Aber mein Vater hat sich wohl Rückenstärkung geholt.“ Mein Herz hört einfach nicht auf zu rasen.

„Wegen mir?“, lacht er. Ich wende mich ihm mit zusammengekniffenen Augen zu und sein Lächeln verschwindet. Er sieht sich wieder um und nimmt die Eindrücke auf. Und ich betrachte ihn.

Wäre er zu unserer ersten gemeinsamen Vorlesung nicht sprichwörtlich in mich hineingerannt, wäre er mir spätestens auf Grund seines Aussehens aufgefallen. Ich bin sicher niemand, der Leute nach dem Aussehen beurteilt, aber Leon ist wirklich schwer zu übersehen. Seine dunkelblonden Haare sind gelockt. Das kann er nicht verbergen, selbst wenn er wollte. Er hält sie an den Seiten kurz und nur das Deckhaar ist ein wenig länger und die Haare über seiner Stirn sogar noch ein Stück mehr. Diesen Part frisiert er immer zur Seite und ich liebe es meine Finger darin zu vergraben. Seine Augenfarbe ist faszinierend. In dem einen Moment könnte ich schwören, dass er grüne Augen hat und dann ändert sich der Lichteinfall und sie sind plötzlich blau. Meine dagegen sind immer grün. Sein markanter Kiefer ist mir damals zuerst aufgefallen. Was wahrscheinlich daran liegt, dass meine Stirn als erstes damit Bekanntschaft gemacht hat. Danach ist mir sein Lächeln aufgefallen. Die vollen Lippen, die selbst im entspannten Zustand immer zu grinsen scheinen. Dann sein Kleidungsstil. Er ist kein Lederjacken tragender Bad Boy aus den geliebten Büchern meiner besten Freundin, auch wenn ihm Lederjacken durchaus stehen. Sein normaler Stil ist der wie jetzt. Ein schlichtes weißes Shirt unter einer grau und schwarz gestreiften Strickjacke. Dazu eine schwarze Jeans. Es mag langweilig klingen und nach Bibliothekar klingen, aber an Leon wirkt es umwerfend. Wenn er dann noch seinen Mantel mit dem einen bestimmten schwarzen Schal trägt, dann verliebe ich mich meist aufs Neue in ihn. Das einzige, das sein Aussehen toppt, ist sein Charakter. Was nützt mir alle Schönheit der Welt, wenn sie hohl ist? Schönheit vergeht, aber der Charakter bleibt und Leons ist wunderbar. Er ist witzig, ohne, dass er es versuchen muss. Er ist schlau und weltoffen. Er verurteilt niemanden auf Grund seiner Herkunft, seines Aussehens, seiner Religion oder seines Geschlechts. Er bildet sich eine eigene Meinung und das bewundere ich an ihm.

Er ist ein Jahr älter, als ich. Was ihn zwanzig macht. Er hat sich nach dem Abitur ein Jahr Auszeit genommen und hat die Welt bereist. Noch etwas was ich bewundere. Mein Heimweh wäre nach zwei Wochen viel zu groß gewesen.

Ich seufze erneut. Ihn ausgiebig zu betrachten, ist nur Ablenkung meines Unterbewusstseins das Bevorstehende hinauszuzögern.

„Gehen wir es an“, sage ich zuversichtlich und lege meine Hand über den Türöffner. Doch ehe ich sie öffnen kann, legt Leon seine Hand um mein Handgelenk. Ich sehe fragend zu ihm.

„Komm her“, sagt er lächelnd. Er braucht nur leicht an meinem Handgelenk ziehen und ich falle schmunzelnd in seine Arme. Sofort fühle ich mich sicher und geborgen, obwohl ich mich vor meinem Elternhaus sicher nicht fürchten muss. Er hält mich fest und legt sein Kinn auf meinem Kopf ab, während ich meine Wange gegen seinen Brustkorb schmiege und seinem Herzschlag lausche.

„Dein Vater vergrault mich nicht, okay?“, redet er leise in die Stille und ich stöhne frustriert auf. In seiner warmen Nähe hatte ich Papa gerade verdrängt. Ich lehne mich wieder in meinen Sitz zurück und Leon lässt eine Hand auf meinem Oberarm ruhen.

„Ich weiß“, sage ich etwas unsicher. „Aber du hast ihn noch nie gemeinsam mit seinen Freunden erlebt.“ Wenn sie einen schlechten Tag haben oder jemanden nicht leiden können, können sie einer Naturgewalt gleichen. Ich glaube an mich und Leon, daran wird auch kein Papa, Tim, Basti oder Kurt etwas ändern. Wobei ich mir vorstellen kann, dass Tim sofort auf unserer Seite ist. Gott, ich rede wirklich, als würde ich in den Krieg ziehen, dabei will ich nur meinen Freund meinem Vater vorstellen. Das kann doch nicht so kompliziert sein.

Ich bin neunzehn und kann meine eigenen Entscheidungen treffen. So. Daran wird auch mein Papa mit seinem übergroßen Beschützerinstinkt nichts ändern. Und auch nicht meine Onkels, die mich vom ersten Tag an wie ihre eigene Tochter behandelt haben.

„Na los“, lenkt Leon mich ab. „Du weißt, dass mich jeder mag und ich bete, dass das hier nicht die erste Ausnahme wird.“ Ich nicke und bringe sogar ein Lächeln auf die Lippen. Gemeinsam steigen wir aus und Leon hält meine Hand, als wir das kurze Stück zur Haustür hinter uns bringen. Ich halte den Schlüssel in meiner anderen Hand. Doch bevor ich aufschließe, wende ich mich noch einmal an meinen Freund.

„Egal was da drin gleich passiert, du musst immer daran denken, dass ich dich wirklich wirklich wirklich gern habe, okay?“ Leon grinst mich an. Er beugt sich zu mir, bis seine Lippen sich sanft auf meine Stirn legen. Er verweilt zwei Herzschläge lang, bevor er sich wieder aufrichtet und mir in die Augen sieht.

„Okay“, versichert er mir und ich atme ein letztes Mal durch, bevor ich diese Tür endlich öffne. Leon hat sie noch gar nicht wieder richtig hinter sich geschlossen, als die Stimme meines Vaters bereits durch den Flur hallt.

„Im Büro, Glöckchen!“

„Glöckchen?“, fragt Leon aufziehend und nimmt meine Hand in seine.

„Verbringe eine halbe Stunde in dem Haus, dann wirst du dich über nichts mehr wundern“, antworte ich leise. „Und als ob dein Tinkerbelle etwas anderes wäre“, erwidere ich weiter und führe ihn durchs Haus. Leon lehnt sich dicht an mich, als er seine nächsten Worte flüstert.

„Wenn man es genau betrachtet, ist es exakt das Selbe.“ Er rennt mich fast um, als ich wie angewurzelt stehen bleibe.

Er hat recht. Es ist exakt dasselbe. Bin ich dieses Peter Pan Gefasel einfach zu sehr gewöhnt, dass es mir nicht eher aufgefallen ist?

„Belle?“, fragt mein Freund und ich fange mich mit einem Räuspern wieder.

„Alles okay.“ Die psychoanalytische Diagnose, was das über mich aussagt, überlasse ich später meiner Freundin. Das erste Mal sieht Leon mich unsicher an, doch sind wir bereits an der Bürotür angekommen. Sie ist nur angelehnt. Ich öffne sie ganz und bleibe einen Schritt im Raum stehen. Wäre ich den Irrsinn nicht von jeher gewohnt, würde ich mich fragen, wo ich hier gelandet bin. Ein Blick zurück auf Leon erstaunt mich noch mehr. Anstatt eingeschüchtert, irritiert oder verwirrt zu sein, grinst er mir nur zu. Entweder ist er größenwahnsinnig oder ist er wirklich kein bisschen nervös.

Das Bild vor mir erinnert mich an einen alten Film, den ich mal mit Onkel Tim gesehen habe. Er hieß „Der Pate“ oder so in der Art. Es fehlt nur noch das Tier auf dem Schoß meines Vaters, dass er streicheln könnte. Papa sitzt hinter seinem Tisch und wird von Onkel Kurt und Onkel Basti flankiert. Auf der vorderen Kante sitzt Onkel Tim mit verschränkten Armen und betrachtet alles eher amüsiert. Wahrscheinlich machen die restlichen Männer auf ihn den gleichen Eindruck. Er zwinkert mir zu und ich weiß, dass er dasselbe denkt. Ich versuche mein Grinsen im Zaum zu halten. Es gelingt mir sofort, als ich den Gesichtsausdruck meines Papas sehe. So habe ich ihn das letzte Mal dreinblicken sehen, als er sich mit meiner Mathelehrerin angelegt hat. Ich hatte damals, zugegeben, etwas übertrieben und mein Vater wusste auch, dass die Lehrerin im Recht gewesen ist, aber das ändert nichts daran, dass er seine Tochter bis aufs Messer verteidigt hat. Es liegt auch nur wenig daran, dass seine Streiche zu seiner Schulzeit bedeutend ausufernder gewesen sind. Alle Tafeln mit Spülmittel abzuwischen, dass die Kreide nicht mehr schreibt, sehe ich noch als harmlos an und Papa und die Jungs haben das genauso gesehen. Ich habe von allen ein High Five bekommen und am Abend gab es meine Lieblingspizza. Erziehung können meine Eltern.

Auf jeden Fall endete dieser Blick das letzte Mal in einem ordentlichen Wortgefecht und ich bin nicht scharf auf eine Wiederholung.

„Paps, das ist Leon“, breche ich schließlich die Stille.

„Guten Tag“, grüßt auch Leon in die gesamte Runde. Vater lässt sich zu einem Lächeln herab, dass sonst für unliebsame Geschäftspartner reserviert ist und ich spüre das erste Mal diese glühende Panik in mir aufsteigen, dass er Leon tatsächlich nicht leiden kann. Ich meine, mir ist bewusst, dass die Möglichkeit im Raum stand, aber ich dachte immer, wenn ich einen Mann mit nach Hause bringe, dann würden meine Eltern ihn mir zu liebe ebenfalls lieben. Mama macht das bereits. Vater nickt knapp.

„Setzt euch.“ Leon macht den ersten Schritt und sieht kurz verwundert zu mir herüber. Würde meine Hand nicht noch in seiner liegen, würde ich mich wahrscheinlich nicht vom Fleck bewegen. Wir nehmen in den zwei gepolsterten Stühlen vor dem Schreibtisch platz. Leons Griff um meine Hand festigt sich und ich merke erst jetzt warum. Ich zittere kaum merklich. Tims Mundwinkel zucken amüsiert, als sein Blick auf unsere Hände fällt.

„Also, Leon“, richtet mein Papa sich an meinen Freund. „Meine Frau hat mir bereits versichert, dass du ein anständiger Kerl bist. Keine Drogen, keine Alkoholexzesse, in der Uni gut und blah blah blah.“ Das erste Mal spüre ich Leons Nervosität. Mein Papa grinst wissend. „Wie dir bereits aufgefallen sein dürfte, hat Belle nicht nur einen überfürsorglichen Vater, sondern drei Onkel, die sie mindestens genauso vergöttern wie ich und sie haben einige Fragen an dich, bevor ich zu meinem Teil komme.“ Leon schluckt schwer und ich sehe verwirrt zwischen den besten Freunden meiner Eltern hin und her. Wenn sie alle unter einer Decke stecken, dann endet das selten gut. Jetzt hält Leon meine Hand nicht mehr um meiner Willen. Er klammert sich an mich.

„Ich vertraue auf das Urteilsvermögen von Wendy und meiner Tochter, Leon. Ich bin mir sicher, dass du ein guter Mensch bist, aber das heißt noch lange nicht, dass du gut genug für meine Tochter bist.“ Leon entspannt sich merklich neben mir und streicht mit seinen Daumen sanft über meinen Handrücken. Er lächelt sogar, als ich ihn betrachte. Doch seine Aufmerksamkeit ist auf den Mann hinter dem Schreibtisch gerichtet.

„Wenn ich kurz dazu etwas sagen darf?“, fragt Leon freundlich und mein Vater nickt. „Ihre Tochter ist einzigartig“, beginnt er und ich spüre bereits, wie die Röte sich ihren Weg in mein Gesicht sucht. „Sie ist lustig, schlau, mitfühlend und ein Ass in jeglicher Hinsicht und auch auf die Gefahr hin, dass ich mir selbst ins Bein schieße – ich glaube niemand ist gut genug für Belle.“ Mein Papa lehnt sich in seinem Stuhl zurück und verschränkt die Arme vor der Brust. Er sagt nichts, als er Leon einfach in die Augen sieht. Leon hält dem Blick stand. Basti und Kurt sehen zu meinem Vater herab, als würden sie auf sein Urteil warten. Tim dagegen lacht auf, als er über seine Schulter sieht.

„Der Junge klingt wie du, als du in dem Alter warst“, flüstert er laut genug, dass es jeder im Raum verstehen kann. Jetzt wird Tim mit dem Lehrer mordenden Blick beehrt.

„Jungs, eure Fragen“, ordert mein Vater unbeeindruckt und nimmt seinen Blick nicht von uns.

Es ist nicht nötig, dass sie sich absprechen. Die Männer vor uns verstehen sich blind. Wäre ich es nicht seit frühster Kindheit gewöhnt, dann würde ich es eigenartig oder gar einschüchternd finden. Onkel Basti ist der Erste, der sich rührt.

„Nun, Leon, wie du siehst, wird Glöckchen nicht nur von ihren Eltern geliebt.“

Mein Freund nickt lächelnd neben mir.

„Gut. Jetzt zu meinem Gebiet. Ich habe gehört, du studierst Informatik?“

„Das stimmt.“

„Bist du gut?“, fragt Onkel Basti weiter und Leon rutscht in seinem Sitz unbehaglich hin und her.

„Ich bin ganz okay“, antwortet er und erntet ein ungläubiges Schnauben von mir. Alle Augenpaare richten sich auf mich, doch ich sehe nur zu Leon.

„Bitte! Du bist fantastisch und Jahrgangsbester.“ Onkel Basti nickt und Tims Grinsen wird immer breiter.

„Also könnte Glöckchen mit allen technischen Problemen zu dir kommen und du würdest ihr helfen und alles geduldig erklären?“, führt mein Onkel das Gespräch fort, als hätte es meinen Einwurf gar nicht gegeben. Leon sieht skeptisch zu mir und ich nicke ihm ermutigend zu.

„Ich bezweifle zwar, dass das nötig sein wird. Sie ist selbst mehr als gut. Solang sie sich nicht in Regierungseigentum einhacken will, kommt sie allein zurecht.“ Er grinst mich in voller Montur an. „Und ich glaube, selbst das würde sie noch hinbekommen. Ich meine, allein ihr Abistreich ist episch gewesen.“

„Leon“, zische ich, um ihn zu stoppen, aber es ist zu spät. Meine Eltern wissen nichts davon.

„Sie hat sich in das Schulsystem eingeklinkt, als wäre es die Anmeldung zu ihrem E-Mailkonto.“ Wieder ruhen alle Augenpaare auf mir. In meiner unmittelbaren Umgebung wissen nur Leon und Onkel Tim etwas davon. Zum Glück hat mein Freund nicht verraten, was ich in der Datenbank der Schule angestellt habe.

„Du hast was, Glöckchen?“, fragt mein Vater halb entsetzt und halb stolz. Seine Erziehungsmethoden mögen fraglich sein, aber ich finde, dass dennoch etwas Vernünftiges aus mir geworden ist.

„Papa, darum geht es heute doch gar nicht, oder?“, frage ich zuckersüß.

„Das heißt jedoch nicht, dass wir nicht mehr darüber reden.“

„Von mir aus“, nuschle ich trotzig.

„Basti?“, fragt mein Vater. Angesprochener räuspert sich und schüttelt dann seinen Kopf. Die erste Hürde von vieren wäre somit genommen. „Dann weiter.“

„Okay“, beginnt Kurt. „Glöckchen geht gern feiern. Ist sie in deiner Begleitung sicher?“ Leons Hand verkrampft sich um meine. Onkel Kurti schneidet sich ins eigene Fleisch mit dem Thema. Doch meine bessere Hälfte lässt sich nichts anmerken.

„Sicherer, als ihr vermutlich lieb ist“, gesteht er schließlich. Onkel Kurt hält seinen fragenden Blick aufrecht. „Ich habe keine gute Erinnerung an Alkohol“, sagt er knapp. Doch was er wirklich meint: Als ich Kind war, hat mein Vater regelmäßig bis zum Erbrechen getrunken und meine Mutter für seine Misere verantwortlich gemacht.

Die Männer können unser Unbehagen spüren und gehen nicht weiter auf Leons Aussage ein. Doch bin ich mir sicher, dass mein Papa später ein Gespräch unter vier Augen mit mir suchen wird.cleardot.gif

„Dann bleibt nur noch Tim“, verkündet mein Vater und ich entspanne mich wieder in meinem Stuhl.

„Okay, Leon. Ich bin Tim und der Lieblingsonkel von Glöckchen“, stellt er sich locker vor und Leon lacht über seine Art.

„Und nun zu meinen Fragen: Marvel oder DC?“, fragt er, als hinge Leons Zukunft davon ab.

„Beides?“, antwortet er unsicher und Onkel Tim nickt zufrieden.

„Horrorfilme?“

„Oh ja. Mit Belle machen sie besonders viel Spaß.“ Nur weil ich mich regelmäßig unter der Decke verstecke?

„Glöckchen, heirate ihn“, wendet er das Wort an mich und ich glaube mich verhört zu haben. Leon grinst mich an und mein Papa stöhnt genervt über seinen besten Freund auf.

„Wirklich, Tim? Das sind deine Fragen?“ Tim zuckt unbekümmert mit den Schultern.

„Muss ich mehr über ihn wissen?“, fragt er zurück.

„Warte bis deine Kleine den ersten Freund nach Hause bringt…“, murmelt Papa vor sich hin und schüttelt den Kopf. Tim zwinkert mir nur zu.

„Okay, und nun zu mir. Meine Frau hat mir verboten dich mit quälend peinlichen Fragen zu löchern, aber von einem kleinen Test hat sie nichts gesagt“, grinst mein Vater uns an und mein Herz rutscht mir schnell in die Hose.

Was hat er sich ausgedacht?

 

 

 

Na, was hat Pan sich wohl ausgedacht?

Auf Wattpad geht dieses Kapitel wie gewohnt online. Dort sind noch einige weitere Sonderkapitel.

Ich werde sie nach und nach hier mit für Nichtwattpader online stellen, aber da in vielen Tim und seine Lena eine Rolle spielen werde ich Tims Geschichte überarbeiten und ebenfalls hier einstellen. Eine Novelle zum kostenlosen lesen klingt doch gut, oder?

Ich bin auf eure Meinung gespannt.

Eure Claudia

2 Gedanken zu „Das Sonderkapitel, in dem Glöckchen glaubt vier Väter zu haben

  1. Wow, dieses neue Kapitel ist echt spitze, wenn ein Mädchen solche Rückendeckung hat, kann es nur gut gehen. Ich liebe Belle und groß Familie
    LG
    Antje

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