Ich (und meine Ängste) bin zurück

Huhu, wie geht es euch?

Internet, du hast mich wieder!

Ich muss aber gestehen, dass die Pause bitter nötig war und ich sie genossen habe und sie in Zukunft wohl ab und an wiederholt wird (nur dann nicht gleich drei Wochen).

Warum kam es zu der relativ plötzlichen Pause? Ich habe eine ganze Weile überlegt, wie weit ich ins Detail gehe, aber mir persönlich hilft es immer darüber zu lesen, wenn es andere gibt, denen es genauso geht und damit zurechtkommen.

Dieses Jahr ist gesundheitlich eine Katastrophe für mich. An der einen oder anderen Stelle habe ich es auch erwähnt, die LoveLetterConvention habe ich deshalb absagen müssen und auch Frankfurt fällt im Oktober noch für mich flach. Ich bin nicht oft ins Detail gegangen, aber wenn mich jemand danach gefragt hat, habe ich kein Geheimnis daraus gemacht.

Panik- und Angststörung sind eine Erfindung geradewegs aus dem innersten Kreis der Hölle. Meine Achillessehne und mein persönlicher Spielverderber.

Es ist für mich nicht neu und ich habe es sicher auch nicht erst seit Kurzem. Schon immer plage ich mich damit herrum. Mal mehr und mal weniger ausgeprägt.

Etwas Neues geschieht? Herzrasen bis zum Erbrechen.

Etwas Unvorhersehbares erwischt mich aus dem Nichts? Ich liege flach und kann nichts mehr essen, weil alles im Hals stecken bleibt.

Veranstaltungen, auf die ich mich lange im Voraus freue, die durchgeplant und angekündigt sind? Spätestens ab dem Abend davor bin ich eine einzige Freakshow.

An sich kann ich gut damit leben. Atemübungen, Auszeiten und an schlechteren Tagen Johanneskraut hält alles im Rahmen, damit ich nur noch nervös und aufgeregt wie ein normaler Mensch bin.

Jedoch reicht das seit einem Jahr kaum noch.

Seit einem Jahr legt sich das Mentale auf meinen Körper.

Angefangen hat es damit, dass ich trotz Sport und ausgewogener Ernährung plötzlich zugenommen habe. Danach erlebte meine Haut ihre zweite Pubertät (Was sie immer noch macht. Das ist auch der Grund, warum es kaum bis keine Selfies von mir gibt. Ich werde 29 und sehe aus wie ein Streuselkuchen im Gesicht… urgs). Auch schön war, dass mir seit zwei Monaten extrem die Haare ausfallen, aber das habe ich langsam wieder im Griff. Dazu kommt dann noch das ständige Kränkeln und vor drei Wochen, pünktlich zum fünften Geburtstag des Kindes, kam der Supergau und ich konnte eine Woche nicht mehr aufstehen, ohne dass ich mich wie sterbend gefühlt habe.

Zu wissen, dass man im Kopf Probleme hat ist das eine, aber wenn es sich auf das körperliche Befinden ausbreitet, dann muss ich einfach die Notbremse ziehen.

Weil so bin ich nicht.

Ich bin gern spontan.

Ich will auf Messen gehen und Leser treffen.

Ich will aktiv am Geschehen in der Literaturwelt teilnehmen und das nicht nur online.

Ich will der Buchdealerin des Vertrauens endlich nachgeben und eine Lesung halten.

Ich will all das und mehr. Ich weiß auch, dass ich das alles kann und Spaß dabei haben werde.

Doch dazu muss ich erst wieder auf +-0 kommen und davon bin ich noch ein ganzes Stück entfernt.

Ich habe mich limage1ange dagegen gewehrt, Hilfe außerhalb der Familie anzunehmen, weil ich es bisher auch im Alleingang geschafft habe. Doch nach wenigen Wochen Medikation und Therapie geht es mir bereits so weit besser, dass ich ohne Herzrasen einkaufen gehen kann oder spontan mit dem Kind zu einer Fahrradtour aufbreche. Das war vorher nur mit Detailplanung möglich. Ich gehe wieder zum Briefkasten, ohne mir Gedanken zu machen, dass mir ein Dachziegel auf den Kopf fallen könnte.

Dass diese Ängste irrational und unbegründet sind ist mir bewusst. Das muss man mir nicht sagen,   aber in schlimmen image4Phasen kann man einfach nicht über seinen Schatten springen. Man hat einfach Angst. So absurd sie in dem Moment für Außenstehende auch sein mag. Fragt meinen Mann. Er hat schon so einiges mit mir und der Angst durchgemacht.

Lange Vorrede kurzer Sinn – Was bedeutet das für meine Social Media und das Schreiben?

Nun, alles geht weiter, aber für mich gefühlt im Schneckentempo. Normalerweise funktioniere ich auf vier bis fünf Stunden Schlaf und das gewöhne ich mir rigoros ab. Minimum sind ab jetzt sieben Stunden, im Idealfall acht. Das bedeutet natürlich weniger Schreibzeit, aber wenn man betrachtet, dass ich die letzten Wochen vor meiner Zwangspause kaum ein gescheites Wort zustande gebracht habe, dann schreibe ich lieber konzentrierter in kürzeren Intervallen und dafür qualitativ besser (da sind wir uns sicher alle einig, dass das für alle besser ist). Wenn an einem Tag kein Wort über die Fingerspitzen will, dann ist es eben so und ich muss kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich den Laptop zuklappe. Es geht wirklich quälend langsam voran, aber das Ziel erreiche ich damit auch.

Was Social Media betrifft: Die Pause tat sehr gut und wird in Zukunft sicher ab und an wiederholt werden und an Tagen, an denen mich das World Wide Web überwältigt, mache ich es einfach aus.

Und nun zu meinen aktuellen Projekten:

Levi und Ellen (Auftakt einer neuen, bisher vierteiligen Serie)

An ihrer Geschichte schreibe ich schon seit Mai. Sie misst gerade mal 34T Wörter, die ich jetzt erst mal überarbeiten werde, weil die Story runder sein muss, bevor ich weiterschreiben kann.

Jonas und Liesa

Ich habe Jonas Story angefangen, als bei Levi und Ellen nichts mehr ging. Ich habe noch nie mehrere Storys auf einmal geschrieben. Aber vielleicht ist es auch ganz gut. Die Geschichten sind so unterschiedlich, dass ich zwischen beiden wechseln kann, falls ich bei einer ins Stocken gerate. Ich lasse mich da genauso überraschen wie ihr.

Blitzprojekt

Der Vor- und Nachteil meiner neuen Medikation sind intensive Träume und nach dem Urlaub hatte ich einen, der perfekt für eine Story mit einem Hauch Fantasy und irgendwie dystopischen Feeling und Seelenverwandten und hach ist. Am liebsten würde ich sofort mit ihr loslegen, aber erst mal plotten.

E4K 2017

Nebenbei plotte ich auch noch eine Novelle für Endure for Kindness 2017. Ein Spendenevent, bei dem der ein oder andere von euch mich hoffentlich nächstes Jahr unterstützen kann und wird. Dazu werde ich aber noch mal etwas separat schreiben. Aber auch hier wird das Thema Seelenverwandte sein, aber wieder so anders als das Blitzprojekt, dass es nichts ausmacht.

Und dann habe ich noch so viele andere Storys im Kopf, aber ich bin nun mal leider keine Vollzeitautorin. Ich bin eine Mama eines fünfjährigen Wirbelwindes, gehe 32 (bald 35) h arbeiten und habe einen Mann im Schichtbetrieb. Jedes geschaffte Wort ist für mich ab nun ein Erfolg.

Kein tägliches Minimum mehr für mich.

Einfach nur noch Spaß am Schreiben und an den noch nicht erzählten Storys.

Ich werde dieser Panik und Angst in den Allerwertesten treten und auch diese Phase überwinden. Es braucht länger als je zuvor, aber auch das werde ich schaffen.

Bücher werden geschrieben werden. Zwar nicht in drei Monaten wie bisher, aber ich möchte euch auch keine Storys zumuten, die auf Krampf geschrieben sind.

Habt ihr selbst Erfahrungen mit Panikstörungen? Plagt die Krankheit euch vielleicht selbst? Ich bin immer offen für neue Tipps, um eine Attacke schneller wieder in den Griff zu bekommen oder es am besten gar nicht erst soweit kommen zu lassen.

Ich hoffe euch geht es gut und ihr habt eine gute Zeit.

Alles Liebe

Claudia

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